Jetzt ist er weg…

… zuerst hiess es das ich ihn um fuenf Uhr morgens abliefern muss, da er die Soldaten ueberwachen sollte, die ihren Raum ausraeumen mussten. Nach ein paar Telefonaten stellte sich jedoch heraus das Rear-D diese Aufgabe uebernehmen wuerde.

Gegen 12:30 Mittags fuhren wir dann zur Kompanie. Wir hatten Indra und Yukon dabei und waren etwas frueh drann. Von daher liefen wir mit den Hunden, Hand in Hand ueber den Parkplatz und verbrachten so die Zeit miteinander. 
Ein paar seiner Kameraden kamen zu uns um den Hunden “Hallo” zu sagen. Sie sind bekannt wie bunte Hunde da ich sie fast immer dabei habe wenn ich mal das Auto hab und ihn abholen muss. Einer verwechselte Yukon mit Judge und meine “Wow! Du bist aber gross geworden, als ich dich das letzte Mal gesehen hab, warst du noch so klein.”
Ich konnte es nicht uebers Herz bringen ihm zu sagen das er gerade den falschen Hund bewundert. 
Spaeter brachten wir Yukon zum Auto und nahmen Indra mit. Sie wusste ganz genau was los war. Wenn Quasi auch nur fuer ein paar Sekunden ausser Sichtweite ging, fing sie an zu heulen. Wenn er zurueckkam machte sie einen kleinen Freundentanz. 

Als es dann endlich soweit war und Quasi zur Formation musste, nahm er Indras Leine. Sie himmelte ihn regelrecht an und um ehrlich zu sein, so hab ich sie auch noch nicht erlebt.

Normalerweise hat es ihr nie wirklich was ausgemacht ob Q. nun da war oder nicht, ober mal ein paar Stunden zu spaet war, ueber Nacht nicht da war, ja selbst als er einen Monat im Feld war hat es sie nicht wirklich interessiert. Aber an dem Tag wusste sie genau das etwas nicht stimmte, das er wohl nicht mit nachhause kommen wuerde und das etwas sehr ernstes bevorstand.
Ich bin davon ueberzeugt das Hunde sehr viel mehr mitbekommen als wir zu glauben meinen. 
Als sich die Soldaten alle zur Formation sammelten heulte Indra regelrech auf und bellte herzzerreissend nach Q, woraufhin sich eine Soldatin kurz loeste und fragte ob sie Indra denn streicheln duerfte. Sie kniete sich nieder, streichelte ihr ueber den Kopf und sagte “Weine nicht, es wird alles wieder gut.”
Dieser Moment war so voller Emotionen das ich die Traenen kaum zurueckhalten konnte. Das sind diese kurzen Augenblicke die einem immer in Erinnerung bleiben werden. 
Waerend der Formation trat ich ein wenig in den Hintergrund da ich niemanden stoeren oder veraergern wollte. Ich legte sie ab und hoerte zu. Wirklich interessant war es nicht. Ein paar Soldaten mussten Liegestuetzen leisten weil sie ihre Brillen nicht auf hatten, die nun ein staendiger Bestandteil der Uniform sind. Fuer die Familien war es etwas enttaeuschend. 

Spaeter half er dann noch ein paar Soldaten ihre Ausruestung zu verstauen und ich stand da und wartete. Nachdem er wieder kam begleitete er mich noch zum Auto. Er nahm Abschied von den Hunden, wir umarmten uns, dann loeste er sich “Ich will das du dir Eiscreme kaufst und sie isst.” mit diesen Worten drehte er sich um, winkte noch einmal und lief davon.
Categories: Blog, Deployment Diary, Deutsch, Hundeleben, Indra vom Sattelberg, Leben in den USA

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One thought on “Jetzt ist er weg…

  1. och das hast du echt mit viel gefühl geschrieben!

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