Ein Jahr…

Ich weis nicht so genau wie ich mich fuehlen soll. Wir hatten das pre-deployment briefing. Schaut so aus als sei ich eine der wenigen Frauen die hier bleiben wird. Alle anderen werden wohl fuer die Zeit nachhause ziehen. Fuer uns wuerde sich es einfach nicht lohnen. Wir haben das Haus, die Hunde, ich hab das SAR Team, da lohnt es sich einfach nicht die Sachen zu packen und wieder nach Deutschland zu ziehen. Nicht fuer ein Jahr. Auch wenn ein Jahr eine lange Zeit ist, so geht es doch recht schnell vorrueber. Wenn ich mir ueberlege das bereits neun Monate vergangen sind, dann frag ich mich wo die Zeit geblieben ist. 
Es geht alles sehr viel schneller wie man denkt und je aelter man wird, desto schneller vergeht die Zeit. Die Woche hat kaum angefangen, da ist sie auch schon wieder vorbei. Genauso verhaelt es sich mit einem Jahr. 
Mal ganz davon abgesehen das es uns wahnsinnig weit in der Ausbildung zurueckwerfen wuerde und ich auch nicht das Team haengen lassen will. Ein HF hat aufgehoert, die beiden anderen sind nie da. Das heisst also das wir, mehr oder weniger, nur noch zwei aktive sind. Wenn ich jetzt auch noch wegfalle dann bleibt nur noch meine Kollegin ohne die ich gar nicht erst im Team waere. 
Das SAR Team ist sehr viel groesser. Die Hunde sind nur ein kleiner Teil dessen was das Team ueberhaupt macht und es gibt mir einen gewissen Halt in der neuen Heimat. Ohne das Team haette ich es sehr viel schwerer gehabt mich hier einzuleben. Vor allem Connie ist eine tolle Freundin, genauso wie Chris, Bekah und Jessica. Ohne diese tollen Frauen waere ich hier regelrecht versauert und jede einzelne ist genauso Hundebekloppt wie ich. 
Gerade ueber die Hunde hab ich hier soviele tolle Leute kennengelernt und Indra bekommt hier eine riesige Aufmerksamkeit die man in Deutschland so nicht bekommt. Auch wenn ich mich manchmal aufregen koennte wenn die Leute ungefragt den Hund streicheln, so aendert sich das sobald man dem Hund ein Geschirr anzieht. Meist laeuft sie hier mit dem Julius K9 Geschirr durch die Gegend und hat auf beiden Seiten das Patch “Made in Germany”. Welches die meisten Leute zum lachen bringt. Das Indra eigentlich in Oesterreich gezuechtet wurde, interessiert keinen. Deutschland, Oesterreich…ist fuer so manchen sowieso das selbe. 😉
Hier gibt es viele Rollstuhlfahrer. Ich denke mal das so mancher ein Veteran ist und jedesmal wenn wir einen Rollstuhlfahrer passieren bleiben sie stehen und stellen allerlei Fragen und ob sie denn freundlich sei. Es ist schoen zu sehen wie die Gesichter aufleuchten und die Augen laecheln, waerend sie Indra streicheln und ein Gespraech fuehren koennen. 
Die erste Frage, die meist gestellt wird, ist ob sie denn wirklich reinrassig sei. Dann wird gesagt das sie ein wunderschoener Hund und so schoen dunkel sei. Dann kommt die Frage ob sie denn in irgendwas ausgebildet wird und es beginnt ein Gespraech ueber Rettungshunde. 
Spaeter, auf dem Farmers Market rannte ich in ein paar bekannte Gesichter vom lokalen AKC Club, der ebenfalls, eine Ausnahme fuer mich machte obwohl ich nie darum gebeten habe. Es geht dabei um die Mitgliedschaft und aus irgend einem Grund haben sie meine Mitgliedschaft sehr viel schneller bearbeitet wie ueblich. Dazu braucht man zwei Teilnahmen an einer oertlichen Sitzung. Ich war jedoch nur bei einer und seitdem an keiner anderen Sitzung mehr. 
Gestern bin ich dann in den Kassenwart gerannt und sie meinte dann nur das sie meine Mitgliedschaft unterschrieben haben weil sie mich eben moegen. Ich soll auch bei dem naechsten Agility Kurs mitmachen und wenn ich das Auto nicht haette koennte sie mich abholen. Sie wuerde auch einen neuen Pudel bekommen und sie wuerde gerne mehr ueber die deutschen Kommandos lernen da Pudel ja aus Deutschland kommen, auch wenn jeder meint sie kaemen aus Frankreich, Pudel seien Deutsch und deswegen will sie auf Deutsche Kommandos umstellen. 
Sie koennten auch eine andere Zahlungsweise fuer mich einrichten, das wenn ich eine Stunde verpasse, dann muesste ich eben nicht dafuer bezahlen. 
Die Leute sind hier wirklich nett und zuvorkommend. Ich denke auch das sehr viel mit Q. zu tun hat und das er in den Einsatz geht. Auch wenn ich keine Sonderbehandlung moechte und genaus zahlen werd wie jeder andere, so ist es schoen zu wissen das man die Unterstuetzung hat. Das macht vieles sehr viel einfacher.
Ein Jahr… das ist eine lange Zeit. Es wird zwar schnell vergehen aber nichts desto trotz kann sehr viel in einem Jahr passieren.
Wie auch immer, die Leute waren begeistert von Indra. Ihre riesigen Ohren sind die reinste Attraktion und viele finden es einfach zum knuddeln. An einem Punkt standen bis zu 7 Kinder, inkl. Erwachsene um uns herum und streichelten sie. Sie genoss regelrecht die Aufmerksamkeit und konnte gar nicht genug bekommen. Ich denke das sie ein wunderbarer Therapy Dog abgeben wuerde und bin am ueberlegen ob wir nicht einfach bei Therapy Dogs International die Pruefung ablegen sollen. Schaden kann es nicht.
Categories: Deutsch, Leben in den USA

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2 thoughts on “Ein Jahr…

  1. ohja, ich hoffe das wenn es klappt mit dem visum (ja wir warten immernoch *seufz) das ich auc soviele nette menschen dann kennenlernen darf ….

  2. Hoffe auch das es von jetzt ab schnell gehen wird. Ist ja schon ungewoehnlich das es so lange dauert. Bei uns hies es das es “bis” zu drei Monate dauern kann aber eben nicht laenger.

    Ich drueck euch ganz fest die Daumen.

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